Sonntagabend war nur noch stille...
Die Messe Erfurt zeigte sich am Sonntagabend einsam und verlassen. Einige Servicemitarbeiter, sonst nur leere Hallen und Flure.
Was sehe ich da in Halle 2 hinten rechts? Ein Schafsack bildet zusammen mit einer Luftmatratze und einer Jacke samt Geldbörse und Haustürschlüssel eine kleine Insel auf dem Hallenboden. Es ist schwer vorstellbar, diese Halle beherbergte an diesem Wochenende einen Großteil der Jugendtagsteilnehmer. Hier zu schlafen oder es zu versuchen, war schon ein Erlebnis für sich. Die Camper hatten es da schon ein wenig ruhiger. Aber schlafen – das war Nebensache für die insgesamt 2.500 Jugendlichen auf dem MJT.
Jeder Kirchenbezirk hatte sich mit einer Fülle von Ideen in das Wochenende eingebracht. Der MJT-Guide hatte da nicht zuviel versprochen. Ein ausgewogenes Programm, mit vielen Höhepunkten – aber auch hinreichend Zeit, sich auszutauschen, oder einfach nur an einem Stand „hängenzubleiben“.
Das Motto des Jugendtages „Dein ist die Kraft“ wurde äußerst fassettenreich umgesetzt. Aber auch ganz konkret konnte Kraft gespendet werden. So bot der MJT über das Deutsche Rote Kreuz am Samstag die Möglichkeit zur Blutspende. Das DRK wird diesen Tag nicht so schnell vergessen. Mit über 220 Blutspendern wurden die Erwartungen um mehr als das Doppelte übertroffen. Die gespendete Kraft tauscht das DRK in exklusive Kanus, die der Jugend in Kürze für Freizeiten zur Verfügung stehen werden.
Der Außenbereich der Messe stand im Zeichen von Spiel und Sport. Der ADAC-Ortsverband Weimar stellte dem MJT Fahrräder und einen Fahrradparcour zur Verfügung. Bereichert wurde dieses durch die Radscheune Erfurt mit einer Auswahl an Elektrofahrrädern und einem Liegefahrrad. Diese Form der Mobilität begeisterte dermaßen, dass es zum Teil einiger Überredungskunst bedurfte, die ausgegebenen Räder wieder zurückzubekommen. Die Zeit auf ein e-Bike zu warten, konnte an einer Endloskletterwand oder mit XXL-Spielen überbrückt werden. Wie der Name schon sagt, standen Schach und Dame, Sudoku, Mikado und Memory in der XXL-Version zur Verfügung. Auch das Trampolin im Außenbereich war sehr gefragt – leider etwas zu viel; es hat das Wochenende nicht überstanden. Wem das alles noch nicht reichte, der spielte auf dem Freigelände Fußball oder Volleyball.
Eine sehr bewegende Abendveranstaltung mit Bezirksapostel Klingler leitete dann auf den Jugendgottesdienst am Sonntag ein. Ein Gottesdienst der besonderen Art, der sehr eindringlich aufzeigte, welche Nähe Gott den Menschen gewährt, die ihn lieben. Ein schönes, ereignisreiches wie segensreichens Wochenende ist vorüber. Wenn der Alltag mal wieder zuschlägt, besinnen wir uns auf die Kraft aus der Gemeinschaft dieser drei Tage.
Im Übrigen haben zwischenzeitlich auch der vergessene Schlafsack, die Luftmatratze und die Jacke wieder nach Hause gefunden. Die Teilnahme an einem Jugendtag kennt keinen Verlust, dieser Kreis junger engagierter Christen ist immer ein Gewinn.
