Auf nach Südafrika - Teil I
Als ich meine Füße das erste Mal in meinem Leben auf afrikanischen Boden setze, kann ich es kaum glauben, dass das, was ich mir seit ca. 10 Jahren immer wieder vorgestellt habe, endlich Wahrheit geworden ist… Dabei hatte ich vor einiger Zeit schon fast aufgegeben. Aber beginnen wir von vorn...
Seit Dezember 2009 stand es endgültig fest, dass die Reise beginnen kann – 3 Monate Südafrika. So, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Meine Ausbildung war fast beendet und mein Chef erklärte sich bereit, mir 3 Monate unbezahlten Urlaub zu geben, damit ich nach Südafrika reisen kann. Lange habe ich davon geträumt. Warum dieses Land eine solche Faszination in mir ausgelöst hat, kann ich gar nicht sagen, aber eines war klar: ich musste dort hin. Wenn ich gewusst hätte, wie steinig dieser Weg werden kann…
Die Prüfungen rückten näher und irgendwie hatte ich das Gefühl zu gar nichts zu kommen. Die Arbeit kostete 12 Stunden pro Tag, zu Hause warteten Aufgaben für die Kirche die zu erledigen waren und ein entspanntes Privatleben war schon lang nicht mehr zu denken. Kurz gesagt: ich fühlte mich allein gelassen. Von Allen, von Jedem – auch irgendwie von Gott. Zu tief war ich inzwischen in meine Unzufriedenheit gerutscht und hatte vergessen, auf die kleinen Dinge im Leben zu hören. Ich hatte das Gefühl, meine theoretische Prüfung nicht bestanden zu haben und befürchtete nun, den Traum von Afrika aufgeben zu müssen.
In mir war schon alle Hoffnung geschwunden, bis ich eines Tages, während der Prüfungsvorbereitung, zufällig im Internet auf einen Segensspruch stieß:
Nicht, dass keine Wolke deinen Weg überschatte,
Nicht, dass dein Leben künftig ein Beet voll Rosen sei.
Nicht, dass du niemals bereuen müsstest;
Nicht, dass du niemals Schmerz empfinden solltest.
Nein, dass wünsche ich dir nicht.
Mein Wunsch für dich lautet:
Dass du tapfer bist in Stunden der Prüfung;
Wenn andere Kreuze auf deine Schultern legen.
Wenn Berge zu erklimmen, und Klüfte zu überwinden sind;
Wenn die Hoffnung kaum mehr schimmert.
Dass jede Gabe, die Gott dir schenkt, mit dir wachse.
Und sie dir dazu diene, denen Freude zu schenken, die dich mögen.
Dass du immer einen Freund hast, der es wert ist so zu heißen.
Dem du vertrauen kannst.
Der dir hilft, wenn du traurig bist.
Der mit dir gemeinsam den Stürmen des Alltags trotzt.
Und noch etwas wünsche ich dir:
Dass du in jeder Stunde der Freude und des Schmerzes die Nähe Gottes spürst.
Das ist mein Wunsch für dich und alle, die dich mögen.
Das ist mein Wunsch für dich, heute und alle Tage.
Ich begann zu weinen. Es fühlte sich an, als hätte jemand alles aufgeschrieben, was mich in den letzten Tagen bewegt hatte. Ich leitete diesen Link sofort weiter: weiter an alle meine Freunde und meine Vertrauenspersonen in der Kirche. Es kamen Rückmeldungen, dass man an mich denken wird und für meine Prüfung betet – plötzlich spürte ich, dass ich nicht allein war . Alle dachten an mich und beteten.
Innerhalb weniger Sekunden hatte mir ein kleines Video (was ich zufällig im Internet gefunden hatte) gezeigt, dass Gott an meiner Seite ist und mit ihm alle meine Freunde. Das zeigte sich auch, als ich wenige Wochen später meine Prüfungsergebnisse erhielt, die sehr gut ausgefallen waren. Manchmal spürt man Gottes Nähe eben intensiver, wenn man in Schwierigkeiten ist.
„Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch“ (Psalm 68,20)
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