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Bist du reich?  - jugend-mittendrin.de

Bist du reich?

(10.01.2011)

oder: was Reichtum wirklich bedeutet

Reichtum hat viele Gesichter. Als erstes denkt man sicher an viel Geld, oder andere materielle Sachen, aber wenn man sich intensiver mit diesem Thema beschäftigt, dann wird einem bewusst, dass echter Reichtum noch viel mehr ist, als eine finanzielle Absicherung.

 


Wenn man den Wert im anderen erkennt, diesen als Beweis der Zuneigung und Liebe oft gern als "Schatz" bezeichnet. Solch ein Schatz ist auch die Jugend und damit ein besonderer Reichtum der Kirche Christi. Damit bist auch du ein Schatz! Und du bist auch reich!

 


Der Blick in dein Portemonnaie mag diese Aussage sicher nicht bestätigen. Und selbst wenn, dann gehörst du ganz klar zu einer Minderheit oder setzt die Messlatte für „reich sein" eher niedrig an. Aber es soll ja auch nicht um materiellen Reichtum gehen. Also kein Artikel á la „In sieben Jahren zur Million", oder so. Auch nicht, wie man erst reich wird, denn du bist ja schon reich.

 


Ich fang einfach mal an aufzuzählen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Du darfst z. B. in einem der reichsten Industrieländer der Welt leben und hast dadurch allerlei Annehmlichkeiten und Freiheiten. Du hast nahezu „unbegrenzte" Möglichkeiten dein Leben zu gestalten und vor allem auch Zeit dafür. Du hast einen riesigen Fundus an Wissen, der dir zur Verfügung steht und du darfst oder durftest zur Schule gehen, dich bilden. Du musst dir grundsätzlich keine Sorgen machen um deine Gesundheit. In der Regel bist du hier bestens versorgt. Um Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf musst du dir auch (meistens noch) keine Gedanken machen. Es soll nicht davon ablenken, dass statistisch gesehen die Schere zwischen „Armen" und „Reichen" auch in Deutschland immer grö¬ßer wird. Aber vieles von dem, was du an „natürlichen" Reichtümern hast, geht weit über deine Grundbedürfnisse hinaus.

 


Dann hast du auch ein soziales Netz. Zum einen das staatliche, auch als „Solidarge-meinschaft" bezeichnet. Auf der anderen Seite das persönliche Umfeld. Angefangen bei deiner Familie bis hin zu deinen Freunden. Nicht zu vergessen deine Gemeinde. Deine Vorangänger und Seelsorger.

 


Letztlich hast du Gaben und Fertigkeiten, Talente und durch die Gnade Gottes eine unsterbliche Seele, die „mehr wert ist als alle Schätze dieser Erde". Du bist versiegelt mit dem Heiligen Geist. Du wirst geliebt und es gibt immer jemanden, der für dich da ist, auch wenn du dir dessen nicht immer bewusst bist. Du bist reich!
Bist du aber auch ein Teil des Reichtums der Kirche Christi? Mag komisch klingen, ist für mich aber ein entscheidender Unterschied. Die Amtsgaben und jeder, der sich mit seinen Gaben in die Kirche einbringt ist ein Reichtum der Kirche Christi. Diese Schätze stehen auch anderen zur Verfügung. Andere haben etwas davon. Diese Schätze machen andere reich.

 


In deiner Gemeinde gibt es viele Schätze und einige davon machen dich reich! Du bist auch ein Schatz! Wen machst du reich? Wie machst du reich?
Reichtum wird oft in vergänglichen Werten gesucht. Am Gleichnis vom reichen Kornbauern kann man erkennen, dass wahrer Reichtum aus geistlichen Gütern kommt. Die genannten Tugenden (Toleranz, von Liebe getragene Ehrlichkeit, ...) und göttlichen Gaben (Gnade, Friede, Gerechtigkeit, ...) machen dich „wahrlich" reich. Doch das Annehmen dieser Tugenden und Gaben ist auch die Grundlage dafür, andere reich machen zu können. Warum soll ich andere reich machen? Warum muss ich, oder besser will ich Bestandteil des Reichtums der Kirche Christi werden?

 


Jesus zeigte uns, dass wahre Nächstenliebe der höchste Reichtum ist, den wir heute geben können, Die Fähigkeit, den nächsten lieben zu können, gehört zu den von Gott uns anvertrauten Pfunden (Schätzen). Christus beschreibt das in dem Gleichnis mit den anvertrauten Pfunden (Lukas 19, 11 ff.), dass nämlich mit dem Anvertrauten auch eine Aufgabe verbunden ist: "Handelt damit, bis ich wiederkomme". Jesus selbst hat uns das alles vorgelebt. Das war und ist sein Wesen.
Christus ist die Brücke zwischen dem Reich Gottes der Gegenwart, das noch unvollkommen ist, und dem Reich Gottes der Zukunft. Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist.

 


Zum einen ist es nun so, dass wir reich sind und diesen Reichtum haben, um damit zu handeln, also anderen ein Reichtum sein sollen. Wenn ich nun andere reich mache in diesem Sinne, trage ich zur Vervollkommnung des Reiches Gottes der Gegenwart bei, bereite meine Seele auf das kommende Reich Gottes der Zukunft vor und wachse damit gleichsam in das Wesen Jesu hinein. Ich bin ein Reichtum der Kirche Christi!


Dirk Voigt