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Wohin steuert die Neuapostolische Kirche?   - jugend-mittendrin.de

Wohin steuert die Neuapostolische Kirche?

(17.06.2011)

Praktizierte Ökumene lebe ich in unserem Ort und nun auch auf dem DEKT. Ein Miteinander auf Augenhöhe. Steuert auch „meine“ Kirche die Ökumene an?

Antwort auf diese Frage erhoffte ich mir am Freitag nach Himmelfahrt in der Versöhnungskirche Dresden-Striesen. Ich habe mich dort mit einem Bruder verabredet. Wie ich später erfuhr auf historischem Boden.

Denn ab 1945 versammelte sich dort die damalige reformiert apostolische Gemeinde einige Jahrzehnte lang innerhalb der im Krieg erhalten gebliebenen, mich beeindruckenden Kirche. Kurz vor 17:00 betrat ich den überfüllten Gemeindesaal wo schon über 100 interessierte Besucher auf den Beginn der bevorstehenden einstündigen Dialogveranstaltung warteten.

In seiner Anmoderation verwies Dr. Michael Utsch auf die gute Tradition miteinander und nicht übereinander zu sprechen.

Heute über das veröffentlichte Kirchenverständnis und die bisherigen Einblicke in den Katechismus – Standortbestimmung 2011.

Pastor Jürgen Schnare, Weltanschauungsbeauftragter der Hannoverschen Landeskirche sucht das ökumenische Gespräch. Er verweist auf den nicht leichten Veränderungsprozess in unserer Kirche. Es gibt eine Neuausrichtung, wie 2007 von Andreas Fincke in dem Heft „Und sie bewegt sich doch!“ dargelegt, mit offenen Fragen und auch Schwierigkeiten. Daran anknüpfend sieht er bis heute keine Weiterentwicklung.

Die Diskussion der bekannten Themen Apostelamt, Eschatologie und Entschlafenenwesen ziehe eher einen Graben als dass sie Nähe ermöglicht. Unser exclusives Verständnis von Abendmahl und Wiederkunft Christi führe zu einer Schieflage, die ein Verhältnis auf Augenhöhe nicht ermöglicht. Nach Veröffentlichung des Katechismus 2012 soll es einen Einstieg in das theologische Gespräch geben. Er will also dranbleiben.

Pastor Schnare bedauert abschließend auch vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen in Hannover und den dort aktuell von ihm wahrgenommenen Irritationen die gegenwärtige Situation. Wohin steuert das Schiff NAK? Ihm ist unklar, ob der Wille zur Ökumene in unserer Kirche noch vorhanden ist.

Apostel Volker Kühnle nimmt Fahrt auf, es geht auch über Untiefen, aber der Kurs stimmt. Er sieht einen spannenden Prozess, der in unserer Kirche abläuft. Dabei räumt er Schwierigkeiten im Innenverhältnis ein, mangelnde Kommunikation, Zeitprobleme. Mit dem neuen Katechismus stoße unsere Laienkirche an die Grenze des Machbaren.

Doch er beurteilt die Entwicklung vom Uster-Abend 2006 (neues Taufverständnis) bis hin zum nun erweiterten Kirchenverständnis, das alle Getauften umfasst, konsequent positiv.  Er bekräftigt die Ernsthaftigkeit des eingeschlagenen Weges.

Apostel Kühnle betont die ungebrochene Apostolizität und Geistwirkung innerhalb der gesamten Kirche. Er bekennt sich nachdrücklich zum Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel.

Und er setzt darauf, dass Themen wie die Ereignisse im 19.Jh. (Wiederaufrichtung des Apostelamtes) und Besonderheiten wie das vorgezogene Heilsgeschehen in weiteren Gesprächen mit der Bundes ACK auf Fachebenen vertieft werden.

Anschließend viele Fragen und offene Diskussion.

Auch Jugendliche unterschiedlicher Konfession wollen ihren Weg gemeinsam gehen im Glauben. Auf Augenhöhe. Dafür lohnt es sich dranzubleiben.

Wie Gräben zuschütten? Durch Versöhnung.

Im Anschluss an die Veranstaltung folgte ein Feierabendmahl in der Versöhnungskirche. Wir beide (mein Bruder und ich) blieben. Praktizierte Ökumene, ein Miteinander auf Augenhöhe.

Und Christus unter uns (Brot des Lebens, Kelch des Heils).

Timo Schnabel