Wort zum Monat April
Am Ostersonntag feiern wir die Auferstehung des Herrn. Sie steht in engem Zusammenhang mit Jesu Tod und kann nur vom Karfreitag her verstanden werden: Jesus musste am Kreuz sterben, um uns zu erlösen und um das ewige Leben zu erlangen.
"Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. (Lk. 24, 5.6)"
Nach dem glanzvollen Einzug von Jesus in Jerusalem und dem gemeinsamen Abendmahl mussten seine Anhänger hilflos mit ansehen, wie ihr Herr verhaftet und ans Kreuz geschlagen wurde. Einige wurden zudem von Gewissensbissen gequält, weil sie Jesus aus Feigheit verleugnet hatten. Lediglich Johannes und Maria sollen unter dem Kreuz gestanden haben (vgl. Joh. 19,25-27).
Es waren auch nicht die engsten Jünger, die sich um die Bestattung kümmerten. Josef aus Arimathäa, ein reiches Mitglied des Hohen Rates, ließ den Leichnam abnehmen und in ein Felsengrab legen, vor das ein schwerer Stein gerollt wurde (Lk. 23,50-53). Am ersten Tag der Woche wollten die Frauen, die der Grablegung beigewohnt hatten, dem Toten mit Ölen und Salben eine letzte Ehre erweisen (Lk. 23,55-56).
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? “, hörten die Frauen, die in aller Frühe ans Grab gekommen waren. Sie suchten ihren Freund, den Herrn, dem sie gefolgt waren. Auf ihn hatten sie alle Hoffnungen gesetzt. Ihre Erwartungen endeten am Kreuz.
Magdalena, Johanna und Maria wurden mit starken Worten zurückgeschickt: „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“ Die Boten am Grab verwiesen auf den Lebendigen, den Christus, der nicht im Dunkel des Grabes geblieben ist.
Erst langsam begriffen die Frauen, dass Jesus von den Toten auferstanden war und dass seine vermeintliche Niederlage in Wahrheit ein Sieg über den Tod ist.
Jesus hat für uns den Weg zum ewigen Leben frei gemacht und damit dem Tod seinen Schrecken genommen.
Wo suchen wir Jesus?
Der Auferstandene ist lebendig und gegenwärtig im Leben und Handeln seiner Gemeinde.
Ohne die Praxis der Nachfolge bliebe er für immer tot und begraben.
Jesus bei den Toten zu suchen heißt: nicht mehr mit ihm, dem Lebendigen zu rechnen, sondern ihn zur historischen Person zu erklären. Dadurch aber legen wir Jesus in das Grab der Vergangenheit, machen aus ihm einen vorbildlichen Menschen, einen bloßen Religionsstifter.
Rechnen wir mit Jesus?
Der Herr kann jederzeit kommen, und er kommt bald, unversehens, wie es die Schrift uns bezeugt! Auf uns wartet eine herrliche Zukunft: die Vereinigung mit unserem Herrn und Haupt und das Hochzeitsmahl des Lammes. In der Perspektive des Wiederkommenden werden wir daran erinnert, dass Jesus für uns sein Leben hingegeben hat zu unserer Erlösung! Weil wir erlöst sind, dürfen wir getrost auf den Tag des Herrn zugehen, weil dieser für uns Heil, Ewigkeit und Reich Gottes in seiner vollen Dimension bedeutet.
Leben und handeln wir so, dass Jesus Christus bei uns zu finden ist!
Holger Niebhagen
