Wort zum Monat Dezember
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden. Lukas 2, 1
Wenn dieses Wort in der Weihnachtszeit so im Raum steht, könnten es viele Menschen in der heutigen Zeit als Hohn verstehen angesichts von Krieg, Verfolgung, Folter, Hunger, Not und Elend. Doch wem galt es zur damaligen Zeit?
Damals lobten die Engel Gott und sprachen diese Worte als Vision für die Menschen zur Zeit der Geburt Jesu. Eine Übersetzung, die dem griechischen Text näher kommt, nennt den Adressaten des Friedens, nämlich den Menschen seines Wohlgefallens.
Der Friede ist also denen zugedacht, die Gottes Wohlgefallen besitzen und, wenn man es etwas tiefergehend betrachtet, daran ein Wohlgefallen haben, den Frieden aus Gott von ganzem Herzen zu suchen.
Als vor über 2000 Jahren Jesus Christus geboren wurde, nahm zunächst kaum jemand Notiz von der lange verheißenen Ankunft des Erlösers. Simeon und Hanna im Tempel, die Hirten auf dem Felde und die Weisen aus dem Morgenland gehörten dazu. Die Weisen, die aus einer besonderen Sternenkonstellation schlossen, dass der von den Propheten angekündigte König der Juden geboren worden war, machten sich auf, ihn anzubeten. Sie erkannten die Zeichen ihrer Zeit, die auf das Ankommen des Erlösers hinwiesen.
Mit der Geburt Jesu sandte Gott seinen Sohn, um den Menschen die Erlösung zu bringen. Er war der Träger göttlichen Friedens, den er der Menschheit bringen sollte.
König Herodes und mit ihm die Menschen aus Jerusalem bekamen Angst, die verständlich war. Der König fürchtete um seine Macht und Ehre. Die Bevölkerung wusste genau, dass Herodes seinen Thron nicht freiwillig räumen würde und befürchteten Blutvergießen, Aufstand und Krieg. Furcht, Angst und Schrecken machten sich breit. Sorgen vor Unruhen und böser Zeit waren die Folge.
Auch heute beherrscht die Angst vor einer ungewissen Zukunft viele Menschen. Sie befürchten und erleben Naturkatastrophen, Übervölkerung, Hungersnot, Umweltzerstörung und Umwälzungen. Aus einem Unruheherd könnten viele weitere entstehen, wie wir es aus der nahen Vergangenheit schon zur Genüge erlebt haben.
Wir kennen sicherlich Menschen, die große Not haben, schwere Krankheiten ertragen, unter großem Druck stehen und von vielen Sorgen geplagt sind. Und doch strahlen sie inneren Frieden aus, weil sie die Verhältnisse angenommen haben und mit sich im Reinen sind.
Auch uns soll zu Weihnachten ein Fest des Friedens bereitet sein, ein Fest der Liebe. Dies Liebe erkaltet nicht, sondern ist tätig und wächst. Der Friede wohnt am lebendigen Altar. Mit einem gläubigen Herzen wollen wir ihn auf uns ziehen und nicht rauben lassen. Wo Frieden und Liebe zu Hause sind, werden die Herzen von Freude erfüllt und das gibt Kraft, in den heutigen Verhältnissen standhaft zu bleiben.
Und weil die Zeichen unserer Zeit vor dem erneuten Wiederkommen Jesu am geistigen Firmament erkennbar sind, ist es wertvoll, aus Gnaden zu den Weisen unserer Zeit zählen dürfen, die, durch den Heiligen Geist belehrt, diese Zeichen erkennen und sich durch nichts aufhalten lassen.
Wir wollen dem Herrn in allen Dingen die Ehre geben. Sein Friede hilft uns, diese Freude und Gewissheit im Herzen zu bewahren.
Die Gewissheit, der Herr kommt bald, ist und bleibt unsere schönste und größte Weihnachtsfreude.
(teilweise aus einem Gottesdienst von Stammapostel Fehr)
