Wort zum Monat Juli
Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? (1. Mose 18,14) Das Wort des Monats Juli hört sich viel versprechend an. Da wird behauptet, hier ist jemand, der kann alles. Mir stellen sich dabei drei Fragen.
Die erste Frage lautet: Wer ist dieser „Herr“
Die zweite Frage: Was kann der Herr alles oder anders ausgedrückt, was wünsche ich mir, was der Herr alles können sollte?
Und die dritte Frage: warum können wir Menschen nicht alles… oder doch???
Dieser Herr ist Gott, der Herrscher des Himmels und der Erde, der allmächtige, ewige, himmlische Vater. Der Gott der Liebe, - nach unserem Empfinden vielleicht nicht immer der liebe Gott, aber ohne Ausnahme der liebende Gott.
Bei der zweiten Frage tun wir zuerst einmal ein Blick in die Bibel, die von göttlichen Taten und Wundern berichtet. Da lesen wir von der Erschaffung der Welt und den Wundern, die Gott in die irdische Schöpfung gelegt hat. Da wird von der Sintflut, von der Verheißung und Geburt des Isaak, von der Flucht des Volkes Israel und allen Wundern, die auf dieser Flucht und bei der Wanderung durch die Wüste geschehen sind, geschrieben.
Da ist das Wunder der Zeugung des Gottessohnes aus dem Heiligen Geist und seine Geburt, da sind die vielen Wunder die er getan hat. Da konnte Petrus aus der Kraft des Glaubens auf dem Wasser gehen - nein, da waren keine Steine versteckt.
Gott kann Unmögliches möglich machen. Diese Erfahrung zieht sich durch die ganze Bibel.
Aber wie sieht es heute, in der Gegenwart aus? Vielleicht sagen wir gar schnell, ja, Wunder die gab es früher, heute gibt es das doch nicht mehr. Wenn wir etwas genauer hinschauen, stellen wir fest, dass es viele kleine und manchmal auch große Wunder sind die unser geistiges und irdisches Leben reich machen. Geschehnisse, Veränderungen, bei denen wir sagen müssen: Ich hätte das nie für möglich gehalten, aber meinem himmlischen Vater war es möglich.
Natürlich können wir Menschen heutzutage unglaublich viel. Und doch es bleibt dabei. Gott, der allmächtige Vater vermag weit mehr, als es unser an Grenzen stoßendes Denkvermögen, unsere Fähigkeiten und Begabungen hervorbringen könnten.
Vielleicht erwarten wir manchmal, dass der Herr Erfüllungsgehilfe unserer Wünsche, Träume und Begehrlichkeiten sein möge. Hier sind wir an dem Punkt, an dem wir sagen, wenn dem Herrn nichts unmöglich ist, dann müsste er doch auch das erfüllen können. Nein, so einfach können wir es uns sicher nicht machen. Eigene Mühe und Anstrengung sind nach wie vor gefragt und das Schlaraffenland bleibt auch weiter ein Märchen.
Ganz bestimmt gibt es im Leben eines gläubigen Christen Momente, bei denen man Gott fragt, warum hilfst Du mir denn jetzt nicht und mit ganzer Überzeugung fügt man hinzu: Dir ist doch alles möglich.
Nicht mal den Hilfeschrei seines Sohnes im Angesicht der bevorstehenden Leiden hat sein geliebter Vater erhört; gehört hat er ihn ganz sicher, und er hat mit ihm unendlich gelitten. Es wäre Gott ein Leichtes gewesen, alle seine Peiniger mit einem Handstreich zu vernichten. Dass er seinem eigenen Sohn nicht geholfen hat, war nicht Lieblosigkeit, nein, seine unendliche Liebe zu den Menschen stand über den Qualen seines Sohnes.
Auch uns nimmt Gott nicht alle Enttäuschungen ab. Er verschont uns nicht immer vor leidvollen Erfahrungen. Aber eins ist gewiss: Er bleibt an unserer Seite, und er gibt uns Kraft.
Vielleicht haben wir in schwierigen Lebenssituationen manchmal gefragt, wo wir nur die Kraft hergenommen haben, dass wir solches ertragen konnten. Seine Möglichkeiten zu helfen, sind unbegrenzt. Das dürfen wir immer wieder erleben, wenn auch oft anders, als wir uns das gedacht haben.
Zum Schluss kann ich unseren jungen Lesern (und uns Allen) sehr wünschen, ganz persönlich erfahren zu dürfen, dass dem Herrn nichts unmöglich ist.
