Wort zum Monat Juni: Einer trage des anderen Last (Galater 6, 2)
„Hey, mach dich mal locker“, „Alter, chill mal’n bißchen“. Sprüche, wie diese, hört man häufig, wenn man sich mit 15- oder 16-jährigen unterhält.
Cool-Sein ist wichtig, relaxen und bloß nicht anstrengen. Das Motto des Monats Juni „Einer trage des Anderen Last“ beschreibt eine Grundlage des Christ-Seins. Zugegeben, chillig ist anders. Das klingt anstrengend, des Anderen Last zu tragen. Und muss das denn wirklich sein?
Ist es nicht schon echt `ne Leistung, wenn man mit seinen eigenen Problemen und Belastungen einigermaßen klarkommt? Ja klar, das stimmt. Allerdings ist es auch sehr angenehm, wenn wir mal Sorgen haben, und dann nicht allein sind.
Wenn da jemand ist, an den wir uns wenden können, der uns versteht, der also ein wenig mit trägt. Und: Jesus, unser Vorbild, trug die Lasten (im Sinne von Sünden) aller Menschen, als er unschuldig am Kreuz starb.
Gut, dass er nicht nur an sich gedacht hat. Er war allerdings auch traurig, als seine Jünger kurz vor seiner Verhaftung seine seelische Not nicht bemerkten und einschliefen während er betete.
Was ist das eigentlich genau, „des Anderen Last“?
Probleme in der Schule oder Ausbildung können das sein, Schwierigkeiten mit den Eltern, Ärger mit Freund oder Freundin, Mobbing in der Klasse, sich nicht verstanden fühlen, den Sinn des Lebens nicht mehr spüren.
Und wie kann ich das für den Nächsten mittragen?
Ich kann doch nicht die Probleme aller Menschen lösen, oder fordert Jesus das? Nein, aber ich kann mittragen, indem ich wahrnehme, wie es dem/der Anderen geht. Indem ich mich ihm/ihr zuwende und zeige, dass es mir nicht egal ist, wenn er/sie schlecht gelaunt oder traurig wirkt. Wir müssen und können nicht die Probleme unseres Nächsten lösen. Aber für eine gewisse Erleichterung sorgen, indem wir zuhören, indem wir Interesse zeigen und indem wir für den Nächsten beten, das ist die Aufgabe jedes aktiven Christen.
Apostel Stegmaier hat oft gesagt: „Gott will durch dich in deiner Umgebung anwesend sein.“ Wenn es dir gut geht, sendet Gott dich als Engel zum Nächsten, der mit seiner Last gerade nicht zu recht kommt. Und wenn es dir schlecht geht, sendet er dir einen deiner Nächsten als Engel, damit du ein wenig von deiner Last abgeben kannst und spürst, dass du in deinem Leben nie allein bist.
Also, nicht nur chillen und relaxen ist wichtig. Sondern auch im Gespräch bleiben und fühlen, wie es dem Nächsten geht. Andererseits ist es auch wichtig, darüber zu sprechen, wenn es einem selbst nicht gut geht. Denn ein Sprichwort sagt schon: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“.
Marco Scheuchzer
