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Wort zum Monat Oktober  - jugend-mittendrin.de

Wort zum Monat Oktober

(05.10.2011)

Aller Augen warten auf Dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Psalm 145, 15

Was kommt uns in den Sinn, wenn wir dieses alte Psalmwort vom Geben der Speise lesen?

Mit großer Wahrscheinlichkeit denken wir zuerst an Essen und Trinken, an Nahrungsaufnahme, welche nach der Erfahrung der Menschen „Leib und Seele zusammenhält“. Es ist eine der notwendigen und unersetzbaren Grundlagen zum Erhalt des Lebens, die schon den ersten Menschen von Gott genannt und mit allen erforderlichen Voraussetzungen bereitet wurde.

Immer wieder hat der Allmächtige dafür gesorgt, dass diese Voraussetzungen erhalten blieben, wenn wir dabei den Wunsch seines Herzens vor Augen haben: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte ...“

Damit hat Gott nicht nur Sicherheit gegeben, sondern auch uns Menschen wichtige Aufgaben erteilt: Beachtung seiner Gebote, Erhalt der Schöpfung, sinnvolle Nutzung des Anvertrauten.

Die Entwicklung der Menschheit aber zeigt, wie weit das Spektrum reicht, in welcher Weise Menschen je nach ihrem Lebensumfeld auf Speise schauen dürfen oder daran denken müssen.

Die einen überlegen, was werden wir heute an kulinarischen Köstlichkeiten genießen, die anderen müssen verzweifelt denken, werden wir überhaupt etwas zur Nahrung haben?

Diese offensichtliche Ungerechtigkeit führt dann häufig zu falschen Schlüssen (Wenn es einen Gott gäbe ... usw.) und verstellt den Blick auf das unbeschreibliche Walten Gottes in seiner Güte und Barmherzigkeit. Wir denken nur mal an die Wüstenwanderung des alten Volkes Israel. Es war der Weg aus der Sklaverei in Ägypten. Gott gab täglich neue Speise, so dass die Israeliten mit keinen verderblichen Vorräten Mühe haben mussten.

Bei allen persönlichen Unvollkommenheiten hat der Psalmdichter David diesen Blick auf die göttlichen Zuwendungen bewahrt. Er nannte in dem Vers auch die Gott wohlgefälligen Voraussetzungen zum Empfang der Gaben: Gott loben und preisen und auf den Herrn täglich schauen, mit anderen Worten, sich ihm ganz zuwenden und zu ihm beten. Das ist so wichtig, dass später der Sohn Gottes, Jesus  Christus, dieses als Bitte formulierte und lehrte: Unser tägliches Brot gibt uns heute.

Das ist der erste Schritt auf dem  Weg zum Segen Gottes für alle Gaben, die wir Menschen benötigen.

Wenn David nun von „ihre Speise zur rechten Zeit“ sprach, so können wir wohl auch davon ausgehen, dass er nicht nur Essen und Trinken im Sinn hatte, Speise, die den Leib sättigt. In seinen Psalmen rühmt er ebenso die seelische Stärkung und Erquickung.

Aus diesem Blickwinkel werden uns die Worte Jesu immer verständlicher, wenn er sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes geht.“ (Matthäus 4,4). Auf diese Art schenkt Gott Speise, welche nicht nur ein Augenblicksgenuss ist; hier sorgt er für unser ewiges Sein, für unser Hineinwachsen in das Ebenbild Christi.

Da wird nun die Frage interessant: Was war die Speise des Herrn? Was empfahl er seinen Jüngern, somit auch Dir und mir? Darüber erfahren wir einiges im Evangelium des Johannes 4, 31 – 38. Wenn uns das anspricht, dann erfüllen wir gern: Opfere Gott Dank... – welch eine Speise für uns!


Herbert Wesche